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Schutz und Pflege für die Holzfassade


Schutz und Pflege für die Holzfassade

Eine Fassade wird das ganze Jahr über beansprucht, durch Regen, Eis, Schnee, Wind und Sonne. Klar, dass es deshalb die passenden Schutzmaßnahmen geben muss! Wenn Sie bei Ihrer Holzfassade gute, dauerhafte Fassadenhölzer gewählt und die Fassade nach den Regeln des konstruktiven Holzschutzes konstruiert haben, ist bereits die wichtigste Grundlage gelegt!

Sollten Sie unbehandeltes Holz verbaut haben, stellt sich nun die Frage: Muss ich die Fassade zwingend lasieren, ölen bw. streichen oder kann ich sie einfach unbehandelt der Witterung aussetzen? Im Folgenden betrachten wir alle Möglichkeiten der Fassadenbehandlung. Dabei ist nicht nur der Holzschutz bzw. die Langlebigkeit der Holzfassade ein Thema, sondern auch die Optik.

Farben, Lasuren und Öle: Wo liegen die jeweiligen Vorteile? Was gibt es beim Vergrauen zu beachten? Welche Rolle können Vergrauungslasuren spielen? Erfahren Sie mehr in dem vorliegenden HolzLand Ratgeber!

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Holzschutz & Pflege für die Fassade: die Themen

Fassade unbehandelt lassen?

Schützende Anstriche sind kein Muss bei der Holzfassade. Auch unbehandeltes Holz kann lange halten: Insbesondere, wenn Sie erstens ein witterungsbeständiges Holz gewählt haben (wie Douglasie oder Lärche) und zweitens die graue Patina mögen, die sich bei Holz im Außenbereich unweigerlich bildet. Dies gilt vor allem dann, wenn die Konstruktion fachgerecht ausgeführt wurde, mit guter Belüftung der Bauteile, Abflussmöglichkeiten für Feuchtigkeit, Tropfkanten etc.

Dennoch ist die Haltbarkeit von behandelten Fassaden etwas höher, da es weniger zum Quellen und Schwinden sowie zu Rissen und Erosion des Materials kommt. Beim günstigen, aber weniger dauerhaften Holz Fichte ist eine Schutzbehandlung auf jeden Fall sinnvoll.

Vergrauen: Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Trifft das UV-Licht der Sonne auf das Holz, wandelt sich der Holzfarbstoff Lignin in eine wasserlösliche Komponente um. Diese wiederum wird über die Zeit mit dem Regen ausgewaschen und zunehmend stellt sich eine graue Färbung ein. Der natürliche Farbton spaltet die Geschmäcker: Die einen lieben ihn, die anderen wünschen sich lieber kräftige Farben im Außenbereich.

Was bei der Holzfassade ungerne gesehen wird, ist ein ungleichmäßiges Vergrauen. Je nachdem, ob Teilbereiche mehr oder weniger geschützt sind – zum Beispiel durch Dachvorsprünge – kann sich eine sehr unterschiedliche Holzfärbung zeigen: mit einem fleckigen Erscheinungsbild. Hier können die im Folgenden beschriebenen Vergrauungslasuren eine Lösung sein! Ansonsten bleibt festzuhalten, dass das „Vergrauen“ des Holzes keine Minderung der Materialstabilität darstellt.

Vergrauungslasuren

Bei Vergrauungslasuren geht es darum, die Vergrauung einheitlich zu ermöglichen, denn wie (gleichmäßig) sich die silberne Patina entwickelt, kann man selten exakt vorhersehen, da verschiedene Umwelteinflüsse diesen Effekt bestimmen. Bei der Vergrauungslasur erhält das Holz vom Start weg eine silbergraue Optik. Gleichzeitig erlaubt die Lasur ein nachträgliches Vergrauen, sodass es einen fließenden Übergang von Vorvergrauung zu endgültiger Vergrauung gibt – und das gleichmäßig.

Praktisch: Sie müssen die Fassade nicht ständig neu behandeln. Ratsam ist, dass Sie eine atmungsaktive, sprich diffusionsoffene Lasur wählen. Es gibt hier verschiedene Wunschoptiken, besonders „trendy“ sind Metallic-Farbtöne.

Holzschutzfarben

Eine Holzschutzfarbe kombiniert die optische Komponente mit der Schutzwirkung. In Skandinavien sind gestrichene Holzhäuser sehr verbreitet, hierzulande dominiert sicherlich noch die natürliche Holzoptik. Doch vielleicht kommen Sie auf den Geschmack? Je nach Produkt scheint die natürliche Holzmaserung durch und verbindet die ansprechende Naturoptik mit einer ausdrucksstarken Farbe. Strahlendes Weiß, nordisches Rot, Sonnengelb oder auch ein elegantes Grau... Warum nicht ein wenig Farbe in die Nachbarschaft bringen? Hier gilt es allerdings, darauf zu achten, dass man nicht zu sehr aus der Umgebung ausschert. Manche Gemeinden schreiben sogar die Farben für Außenfassaden vor. Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer vorher eingeholten Genehmigung.

Holzschutzfarben können öl- und wasserbasiert sein. Wichtig ist, dass das Fassadenholz „atmen“ kann – auch, um Schäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden. Deshalb sind auch dicke, komplett versiegelnde Lacke nicht empfehlenswert. Ansonsten gibt es mittlerweile auch Holzfarben auf Silikatbasis, die sehr langlebig und wetterfest sind.

Ein weiteres Qualitätskriterium besteht darin, dass die Farbe eine gewisse Elastizität aufweist. Ist dies nicht der Fall, kann sie beim typischen Quellen und Schwinden des Fassadenholzes abplatzen. Ebenfalls wichtig ist, dass die Farbe lichtecht und UV-beständig ist, damit sich der Farbton auch über die Jahre hinweg nicht unvorteilhaft verändert. Holzschutzfarben haben in der Regel auch biozide Inhaltsstoffe als Schutz gegen Bläuepilze und Schimmel.

Holzfarbe auf Öl- oder Wasserbasis?

Wer eine kräftige, leuchtende Farbe wünscht, ist mit Holzfarben auf Wasserbasis besser bedient, denn Wasser ist der bessere Pigmentträger. Weiterhin dringt es nicht so tief in das Holz ein wie eine Ölfarbe, wodurch sich mehr Farbpigmente auf der Oberfläche befinden. Dafür lassen sich Holzschutzfarben auf Ölbasis besonders gut verarbeiten. Dadurch, dass sie tief in die Holzporen eindringen, erlauben sie eine besonders gute Strapazierfähigkeit.

Öle für die Holzfassade

Neben Holzschutzfarben auf Ölbasis gibt es auch farblose Ölanstriche, die vor allem eine Schutzwirkung entfalten. Die natürliche Holzoptik soll ansonsten weitestmöglich erhalten bleiben. Die schützenden Öle dringen tief in das Holz ein und bewahren es von innen vor eindringender Feuchtigkeit. Schutzöle gibt es mit hohem Naturöl-Anteil und frei von Lösungsmitteln. Transparente Holzschutz-Öle bzw. Öl-Lasuren können zusätzlich eine leichte Farbtönung bewirken.

Vor allem Grau erweist sich aktuell als Trendfarbe, reizvoll sind Effekt-Lasuren mit stilvollem Silber-Metallic-Look.

Achtung: Ein Öl-Schutzanstrich verhindert nicht zwingend das Vergrauen. Wer einen UV-Schutz wünscht, muss das entsprechend ausgezeichnete Produkt wählen. Im Gegensatz zur Terrasse gibt es für die Holzfassade auch farblose, unpigmentierte UV-Schutzanstriche.

Lasuren für die Fassade aus Holz

Holzlasuren sind dünnflüssiger als Holzöle und bilden keine Oberflächenschicht (Ausnahme: Dickschichtlasuren – diese sind aber nicht empfehlenswert für die Holzfassade). Mittelschichtlasuren bilden einen geschlossenen Schutzfilm, lassen aber dennoch die Holzstruktur durchscheinen. Die Bildung von Holzrissen wird durch den geschlossenen Schutzfilm verbessert, da er Feuchtigkeit abweist. Dünnschichtlasuren lassen sich gut verarbeiten, aber erfordern wiederum kurzfristiger einen Nachstrich.

Übrigens: Fassadenprofile und -bretter erhalten Sie sowohl werkseitig vorbehandelt als auch „roh“ für die Bearbeitung nach Wunsch. Erstere haben den Vorteil, dass sie besonders präzise behandelt wurden, und Fehler durch den Verarbeiter vermieden werden (etwa zu dick aufgetragene Anstriche, welche zur Ansammlung von Feuchtigkeit und Folgeschäden führen).

Wartung und Pflege der Holzfassade

Regelmäßige Pflegeanstriche

Geht es um die Pflege einer Fassade, bleibt festzuhalten, dass man regelmäßig nachbehandeln muss, wenn man sich im Vorfeld für einen Fassadenanstrich entscheidet – egal, ob deckender Anstrich oder Lasur. „Einmal behandelt, immer behandelt“: So könnte man es zusammenfassen! Wie oft es notwendig ist, die Fassade zu pflegen, hängt von einigen Faktoren ab:

  • Imprägnierlasur, Dünnschichtlasur, Mittelschichtlasur oder deckender Anstrich? Von links nach rechts steigt das typische Wartungsintervall. Während Sie also bei der Dünnschichtlasur vergleichsweise zeitnah ans Werk sollten, kann es beim deckenden Anstrich unter günstigen Bedingungen bis zu 15 Jahre dauern, bis Sie nacharbeiten müssen.
  • Helle oder dunkle Farbe? Je nachdem, ob ein deckender Anstrich oder eine Lasur verwendet wird, kann das Wartungsintervall 1-3 Jahre abweichen. Helle Dünnschichtlasuren halten länger, bei Mittelschichtlasur und Deckanstrich sind die dunklen Varianten „langlebiger“.
  • Ist die Lage geschützt oder wetterseitig den Elementen voll ausgesetzt?

Wie bald Sie einen erneuten Anstrich vornehmen, ist natürlich abhängig vom individuellen Zustand und auch von Ihrem persönlichen Geschmack, insbesondere wenn die Optik beeinträchtigt ist.

Wartung / Prüfung der Holzfassade

Eine frisch montierte Holzfassade sollte mindestens zwei Jahre halten, ohne dass eine Kontrolle nötig wäre (wenn es nicht gerade akute, außerordentliche Belastungen oder Beschädigungen gab, etwa durch starken Hagel). Empfehlenswert ist nach der Erstwartung, einmal im Jahr die Holzfassade auf ihren Zustand zu überprüfen. Früh erkannte Mängel bedeuten weniger Aufwand bei der Behebung!

Achten Sie auf den Zustand des Schutzanstriches (falls vorhanden), zum Beispiel Abplatzungen an Astlöchern. Auch die Kanten sind einen Blick wert: Scheint rohes Holz hervor? Gibt es ansonsten Pflanzenwuchs und Algenbefall? Unser Tipp: Gönnen Sie Ihrer Fassade eine regelmäßige Reinigung mit Wasser und Wurzelbürste. Algen- und Pilzbefall dagegen machen oft eine Reinigung mit Biozidwirkung notwendig.

Weiterführende Links

Ratgeber „Holzfassade allgemein“ zum Einstieg und Überblick

Ratgeber „Holzfassade: Profile & Befestigung“

Ratgeber „Konstruktiver Holzschutz für die Holzfassade“


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