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Eigenschaften von Holz


Ratgeber Holz: unterschiedliche Eigenschaften und Anwendungsgebiete

Seit Menschengedenken wird Holz auf die verschiedensten Weisen verarbeitet und genutzt. Schon früh fanden unsere Urahnen heraus, dass die einzelnen Holzarten ganz unterschiedliche Eigenschaften aufweisen können, und nutzten die jeweiligen Vorzüge des Holzes. So wurde das hervorragend biegsame Holz der Eibe bereits in der Jungsteinzeit für den Bogenbau genutzt. Zur Zeit der Phönizier und Römer wurden massenhaft Zedern abgeholzt aufgrund ihrer guten Eigenschaften: weich, aber sehr dichtfaserig. Auch heute ist es gut, zu wissen, worin sich einzelne Holzarten unterscheiden, um – je nach Projekt – das optimale Holz auszuwählen!
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Inhaltsverzeichnis

Innere Werte - Konstruktive Eigenschaften

Zuerst möchten wir darauf schauen, welche Holzeigenschaften für die Verarbeitung interessant sind, ob für Innenausbau, Möbelbau oder auch Projekte im bewitterten Außenbereich.

Voll die Härte: Faserstruktur, Gewicht und Dichte

Grundsätzlich bringt ein hartes, festes Holz viele Vorteile mit sich. Es ist druckfest und biegefest, was es für statische Belastungen qualifiziert, etwa als Bank, Tisch oder auch als tragende Balken und Latten. Die Härte des Holzes resultiert vor allem aus einer dichten Faserstruktur. Diese Härte hat aber auch zur Folge, dass das Holz schwerer wird und dadurch auch aufwändiger zu bearbeiten – etwa, dass man für Verschraubungen vorbohren muss. In aller Regel sind Laubhölzer schwerer und härter als Nadelhölzer, wobei es natürlich Ausnahmen gibt. Neben der reinen Härte kann auch die Elastizität des Holzes eine Rolle spielen.

Unser Tipp: Wählen Sie nicht ihr Holz nach dem Motto „je härter, desto besser“, sondern überlegen Sie, inwieweit eine besondere Stabilität und Belastbarkeit überhaupt benötigt wird. Weniger harte Hölzer wie Fichtenholz sind das universelle Konstruktionsholz.

Holz arbeitet - Quell- und Schwindverhalten

Das Naturmaterial Holz wird gerne als „lebendiger“ Werkstoff bezeichnet, da es Feuchtigkeit aufnimmt und abgibt, je nach Luftfeuchtigkeit. Dabei dehnt sich das Holz aus (es quillt), oder es zieht sich zusammen („schwindet“). Wie ausgeprägt dieses Verhalten ist, kann sehr unterschiedlich sein. Bei Terrassendielen spielt dies eine große Rolle, da starke Quell- und Schwindbewegungen die Befestigung der Dielen beschädigen können. Die optisch ansprechende „unsichtbare Befestigung“ mit Clipsystem ist bei stark arbeitenden Hölzern nicht möglich. Auch im Innenbereich können bei der Verlegung von Massivholzdielen Probleme auftreten, wenn man das Quell- und Schwindverhalten nicht berücksichtigt. Übrigens: Vielfach spielt auch eine Rolle, inwieweit das Holz vorgetrocknet ist. Wenn das Holz noch vergleichsweise frisch ist, sind im Nachhinein stärkere Holzbewegungen zu erwarten – und eventuell auch unschöne Spalten und Risse. Hochwertige Bauhölzer wie z. B. Konstruktionsvollholz sind technisch getrocknet, sprich: nicht einfach an der Luft, sondern in speziellen Trockenkammern.

Einfach zu verarbeiten oder Querulant?

Wie leicht ein Holz verarbeitbar ist, hängt nicht nur – wie oben beschrieben – von der Härte bzw. Faserdichte ab. Das Holz kann auch leicht spaltbar sein (dann lieber vorbohren), sogenannten Wechseldrehwuchs aufweisen (vor allem viele Tropenhölzer), zum Splittern neigen beim Hobeln (z. B. Weißbuche), vielleicht auch durch einen hohen Harzgehalt die Bearbeitung erschweren. So kann es bei Kiefernholz mit hohem Harzanteil zum Verharzen der Werkzeuge kommen.

Witterungsbeständigkeit - bereit für den Außeneinsatz

Die Härte eines Holzes bedeutet nicht automatisch eine gute Haltbarkeit im Außenbereich. Harte Hölzer wie Buche oder Esche halten dennoch nicht lange in der „freien Wildbahn“. Holzschädigende Pilze lassen das Holz innerhalb weniger Jahre verrotten. Die besonders witterungsbeständigen Tropenhölzer haben zwar in der Regel auch eine dichte Faserstruktur, doch sie schützen sich auch mit natürlichen Substanzen wie z. B. ätherischen Ölen. Teakholz schützt sich mit Ölen und einem hohen Kautschukanteil, welcher das Holz geschmeidig hält und gleichzeitig Feuchtigkeit abweist, welche die Bildung von Schädlingen begünstigt. Einheimische Nadelhölzer haben fast alle (bis auf die Weißtanne) einen hohen Anteil an Harz, welcher die gleiche Wirkung hat als natürlicher Holzschutz!

Dieser herrliche Duft ...

Tatsächlich verbreiten viele Hölzer einen sehr angenehmen Duft, etwa die Zirbe oder auch andere beliebte Saunahölzer wie Red Cedar oder nordische Fichte. Bei Bett- und Saunabau kann auch die Duftqualität eine Rolle spielen!

Die Optik - mehr als nur Äußerlichkeiten

Betrachten wir nun die im doppelten Wortsinn offensichtlichen Qualitäten von Hölzern. Hierbei gilt zu beachten, dass sich das Erscheinungsbild von Holz sehr wandeln kann je nach Einfluss. UV-Licht lässt Holz im Außenbereich vergrauen, kann aber auch zu dunklem „sonnenverbrannten“ Altholz führen, wie man es von alpinen Berghütten kennt. Beizen und Lasuren wiederum erlauben, die Optik des Holzes noch zu ändern. Auch die Oberflächenbearbeitung – z. B. Hobeln – führt zu einem neuen Look!

Farbe

Die Spanne der Holzfarben ist groß und reicht von extrem hellen Hölzern bis zu tiefdunklem Braun oder nahezu Schwarz (Ebenholz!). Rötliche und gelbliche Einschläge sind klassisch, ansonsten kann die Farbe kräftig oder eher dezent-zurückhaltend sein. Hier findet jeder sein Wunschholz, wenn es um dekorative Zwecke geht!

Maserung

Die sogenannte Maserung verleiht dem Holz einen ganz eigenen Charakter. „Maserung“ bezeichnet bei Holz eine spezielle, wellige Musterung. Es gibt Hölzer, die nahezu keine prägnante Maserung aufweisen (z. B. Buche), und andere mit einem spannenden Holzbild wie z. B. Amerikanische Walnuss. Klassische einheimische Nadelhölzer wie Douglasie oder Lärche haben ebenfalls ein sehr schönes abwechslungsreiches Oberflächenbild. Sehr beliebt für sein faszinierendes, markantes Oberflächenbild ist auch Olivenholz, etwa bei Küchenbrettern oder anderen Kochutensilien. Es gibt feine Maserungen und eher grobe Maserungen, komplett durchgängige symmetrische und partielle Musterungen. Dabei kann dieselbe Holzart ganz unterschiedliche Maserungen aufweisen! Durch die Kombinationsmöglichkeiten von Maserung und Farbe ergibt sich eine schier grenzenlose Vielfalt an Holzdekoren – und jedes Werkstück ist ein absolutes Unikat!

Äste, Risse, Harzgallen und mehr

Neben der Maserung spielen auch weitere Holzeigenschaften eine Rolle. Das Vorkommen von Rissen, Astlöchern oder auch Harzgallen sowie Verfärbungen durch Bläuepilze, Markenröhren und Rindeneinwuchs wirken sich auf das Oberflächenbild aus. Was man hier bevorzugt, ist vielfach Geschmackssache: Der eine bevorzugt eine makellose harmonische Qualität, der andere schätzt die sogenannten „Holzfehler“ als rustikalen Ausweis, ein echtes Naturmaterial zu bearbeiten. Das Vorkommen von Ästen – vor allem, wenn sie nicht fest eingewachsen sind – kann die konstruktive Qualität mindern, zum Beispiel bei Latten. Inwieweit man Holzfehler akzeptiert, hängt somit auch davon ab, ob man das Holz konstruktiv und/oder dekorativ nutzen möchte. Übrigens: Harthölzer aus Übersee sind besonders oft „astrein“, da sie sehr hoch wachsen, bis sie Äste ausbilden.

Sortierung & Oberflächenqualität

Bei den oben angeführten Holzfehlern kann es sich um charakteristische Merkmale einer Holzart handeln, doch das Ausmaß dieser „Holzfehler“ ist auch abhängig von der „Sortierung“, die zuerst im Sägewerk geschieht. Hier wird das Holz nach verschiedenen Aspekten eingeteilt, etwa in Hinblick auf Astigkeit, Jahrringbreite, Risse und Verfärbungen. Diese Holzqualitäten finden Sie an verschiedenen Stellen wieder – Schnitthölzer, Hobelware und Holzwerkstoffe auf Echtholzbasis wie Sperrholz haben ein Qualitätskürzel, welches die Oberflächen- und Holzqualität wiedergeben.

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